200 000 Grad heißes Objekt stellt Theorien infrage
Der sogenannte Weiße Zwerg mit der Bezeichnung KPD 0005+5106 habe eine
Oberflächentemperatur von 200 000 Grad Celsius, teilte das Institut für Astronomie
und Astrophysik der Universität Tübingen mit.
Der festgestellte Anteil an Kalzium und Helium in der Atmosphäre des Weißen
Zwergs übersteige die in allen Modellen zur Sternenentwicklung vorhergesagte
Konzentration deutlich, schreibt die Arbeitsgruppe um Klaus Werner im
Fachjournal "Astronomy & Astrophysics" . Die Entdeckung stelle bisherige Modelle
zur Entwicklung von Sternen infrage.
Die Wissenschaftler hatten das Objekt von der Größe unserer Erde durch ein
Weltraumteleskop der US-Raumfahrtbehörde NASA beobachtet.
Ein Weißer Zwerg entsteht, wenn Sternen der Brennstoffvorrat ausgeht. Sie stoßen
ihre ausgebrannte Hülle ab und werden an der Oberfläche kurzzeitig rund
100 000 Grad heiß - einzelne Weiße Zwerge wie KPD 0005+5106 werden sogar
deutlich heißer.